Akzeptiere oder verändere - denn für die Vergangenheit gibt es keinen Kredit!

Zunächst ein paar Infos zu meiner Person: 

Am 4. Januar wurde ich    in Dudweiler, bei Saarbrücken (Saarland) geboren. Wie es sich gehört besuchte ich hier den Kindergarten und auch die Schule. 



1976 begann ich eine Ausbildung bei der Saarbergwerke AG. Zusammen  mit über 1000 Auszubildenden begann ich im Ausbildungszentrum Hirschbach und auf dem Bergwerk Camphausen meinen beruflichen Werdegang. Das Ausbildungszentrum Ost und die Grube Camphausen    gibt  es inzwischen nicht mehr. Wo einst 3500 Leute in Vollzeit arbeiteten, liegt heute das Werksgelände brach.  


Das Foto zeigt mich unter Tage im Feld Primsmulde, am Nordschacht des Bergwerks Saar. Rekord:     So tief wie hier (- 1750 Meter) wurde noch nie Kohle abgebaut. Klicke auf das Bild um zu erfahren,  wie es früher im Saarbergbau einmal war.

Der Zusammenhalt und die Kameradschaft unter den Bergleuten prägte mich. Der Slogan "Einer für alle - alle für Einen" trifft bei diesem Traditionsberuf voll zu. Denn unter Tage wird Solidarität gelebt - und  auch groß geschrieben. 

Wie ein roter Faden zieht sich die Mitbestimmung durch mein Leben. Ob im Beruf, während meiner Bundeswehrzeit oder bei meinen Freizeitaktivi-täten. Während meines beruflichen Werdeganges wurde ich immer wieder in Mitbestimmungsgremien gewählt. 

Als Vorsitzender der Jugendvertretung und Gesamtjugendsprecher im Saarbergkonzern vertrat ich die Interessen meiner jugendlichen Kolleginnen und Kollegen während der Ausbildung. Zudem war ich einer der beiden Vertreter des Saarlandes im Bundesjugendausschuss der IGBE (Industrie-gewerkschaft Bergbau und Energie). 

Als ich meinen Wehhrdienst absolvierte, wurde ich von meinen Kameraden zum Zugsprecher und Vertrauensmann gewählt. Wieder zurück auf dem Bergwerk Camphausen sprach mir die Belegschaft damals als jüngstes freigestelltes Betriebsratsmitglied der Saarbergwerke mit Listenplatz 2 das Vertrauen aus. Das letzte Grubenunglück im Saarbergbau war in diese Zeit gefallen. Ich wurde danach als Arbeitsschutzbeauftragter des Betriebsrates gewählt auf achtete von nun an auch auf die Sicherheit   der Mitarbeiter im Betrieb.


Bergleute der Gruben Camphausen und Reden demonstrieren mit einem selbst gebauten Förderturm      in der Landeshauptstadt Saarbrücken für den Erhal ihrer Arbeitsplätze. Im Hintergrund die tradi-tionsreiche alte Bergwerksdirektion, die heutige Europagalerie. Klicke auf das Foto für Impresionen        aus der Welt unter Tage


Nach der Schließung der Grube Camphausen wurde ich erneut freigestelltes Betriebsratsmitglied - diesmal auf der Grube Reden. Nach dem Zusammenschluss der Bergwerke Göttelborn-Reden zum Verbundbergwerk Ost folgte dann ein Wechsel in den Bereich Presse- und Öffentlich-keitsarbeit der neu gegründeten Deutschen Steinkohle AG (DSK).

Zunächst war ich Mitglied des Infoteams bei der Bergschadensabteilung. Dann folgte ein Wechsel in die Presseabteilung der DSK in der Regional- verwaltung Saarbrücken. Dabei fungierte ich auch als Schulbetreuer für das Unternehmen. Nach einer internen Abteilungszusammenlegung  wurde ich als Werksredakteur in die Abteilung Kommunikation Saar der DSK, später bei der RAG Deutsche Steinkohle eingesetzt.

Bergleute der Grube Reden zusammen mit Knappenvereinen während einer Protestaktion auf dem Weg  ins Ellenfeldstadion Neunkirchen. Klick auf dieses Bild zum virtuellen Rundflug um das Saarpolygon

Im Bereich der Regionalverwaltung Saarbrücken gehörte ich erneut, bis   zu meinem beruflichen Wechsel Anfang 2008 zum Bergwerk Saar dem       Betriebsrat der Regionalverwaltung Saarbrücken an. Auf dem Bergwerk Saar wurde ich am Nordschacht als Fachkraft für Arbeitssicherheit und als Besucherbetreuer eingesetzt. Im März des Jahres 2010 kandidierte ich erneut für den Betriebsrat und wurde bei der Vorwahl bei über 100 Kandidaten wieder unter die ersten zehn Bewerber gewählt. Somit pflege ich einen persönlichen Rekord. Ich gehörte nun dem vierten Betriebsrats-gremium an und wirkte über 6 Legislaturperioden (25 Jahre) in verschiedenen Mitbestimmungsgremien mit. Seit 1. Juni 2011 bin ich nun im Vorruhestand (APG).


Energieland Saarland: Die saarländischen Kraftwerke konnten sich stets auf die Saargruben ver-  lassen. Heute ist man von Energieimporten abhängig. Die Importkohle-Qualität ist unterschiedlich.  Klicke auf das Foto um mehr über die Historie des Saarbergbau zu erfahren. 

Meine Betriebsratstätigkeiten wurden begleitet mit ehrenamtlichen Funktionen bei der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie.            So konnte ich als Kongressdellegierter den Fusionsprozess der heutigen   Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) aktiv mitgestalten.

Ich bin Stolz, in einem Industriezweig gearbeitet zu haben, der unserem Land in der Nachkriegszeit wieder zu Wohlstand verhalf. Leider wird dies heute von vielen Menschen vergessen. Kohle und Stahl haben das Saarland geprägt wie keine andere Industrie. Die meisten der heute geltenden Arbeitnehmerrechte sind  auf den engagierten Einsatz der Bergleute zurückzufüren. Die Bergarbeiterbewegung um Nikolaus Warken hatte im Saarland, genauer gesagt, im Rechtschutzsaal Bildstock, ihren Ursprung. 

             Ort mit Geschichte: Rechtsschutzsaal in Bildstock. Hier startete einst die Bergarbeiterbewegung. Sozialleistungen für Arbeitnehmer wurden erstritten. Die letzten Saarbergleute kämpften für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Jedoch ohne Erfolg. Die letzte Grube, das Bergwerk Saar wird Mitte 2012 stillgelegt. Ein Klick auf das Foto gibt Einblick über einen kleinen Teil der außergewöhnlichen Aktionen.   

Es ist Ehrensache und Verpflichtung zugleich, dieses damals Erkämpfte   zu erhalten. Mit Schrecken nimmt nehmen wir jedoch heute zur Kenntnis,  dass  Arbeitnehmerrechte und hart erkämpfte Sozialleistungen heute Stück für Stück demontiert werden. 

Es gab aber auch noch andere Berührungspunkte mit der Politik. 

Als meine  Tochter eingeschult wurde, brachte die CDU-Landesregierung die Grundschulschließungsreform auf den Weg. Die Grundschule bei uns    im Ort stand ganz oben auf der Schließungsliste.

Zusammen mit anderen Eltern gründete ich spontan die Landesinitiative "Rettet die Grundschulen". Eine Landesweite Protestwelle machte sich breit. Doch die Landesregierung konterte: "wir beugen uns nicht dem   Druck der Straße". 

Mit Erfolg suchten wir Unterstützer, die wir schließlich in der gesamten Oppossition, dem DGB und seiner Einzelgewerkschaften, Kirchen,Verbänden und Organisationen fanden. Ich ging persönlich bis zum äußersten und wurde zum Vorsitzenden der Landeselternvertretung Grundschulen und schließlich zum Vorsitzenden der Gesamtlandeselternvertretung des Saarlandes gewählt.

Auch der Landesschulkonferenz gehörte ich an. Überall hatte das Schul-mitbestimmungsgesetz seine Gültigkeit. Ein Papier, das seinen Namen zu Unrecht trägt.

Denn alle unsere Vorschläge und Anregungen wurden kompromisslos und ohne Angaben von Gründen von der CDU Mehrheitsfraktion und der Landes- regierung abgeschmettert. Ein Antrag der Oppossitionsparteien SPD und Grüne, das Schulmitbestimmungsgesetz zu novellieren, wurde im Landtag mit den Stimmen der CDU-Mehrheitsfraktion und der FDP-Fraktion abgelehnt. Und sogar ein Volksbegehren, mit über 35.000 Unterzeichnern (5000 Unterschriften waren erforderlich) lief ins Leere.                   Da macht Ehrenamt doch richtig Spaß - oder ?


Verteilten mit engagierten Mitgliedern der Landesinitiative "Rettet die Grundschulen" in Neunkirchen  die "Bild"ungszeitung. Roland Voss, (links, GdP Kreisvorsitzender Bundespolizei) Eugen Roth, (mitte, DGB-Landesvorsitzender) und Jörg Dammann, (rechts, Landeselternsprecher Saarland)